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Die Politik hält die Ärzteschaft und die Kommunen seit Wochen zu mehr Engagement beim Boostern an. Entsprechend ist die Zahl der bestellenden Ärzte deutschlandweit auf einen Rekord von rund 100.000 gestiegen. Rund 8,57 Millionen Impfstoffdosen haben die Arztpraxen für die kommende Woche bestellt, davon 4,65 Millionen Dosen von Biontech/Pfizer (Comirnaty).

Nun teilt der Bund mit, dass etwa die Hälfte der Biontech/Pfizer-Bestellungen nicht bedient werden kann. Viele Praxen werden kommende Woche also weniger Impfstoff erhalten, als sie bestellt haben. Insgesamt fehlen nach Informationen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) rund zwei Millionen Dosen. Auch beim Impfstoff Moderna kommt es wohl regional zu Kürzungen.

„Die Nachricht von neuerlichen Liefereinschränkungen beim Impfstoff ist ein Desaster und wird uns in der Impfkampagne spürbar zurückwerfen. Herr Wieler vom RKI fordert, dass jeder, der impfen kann, jetzt gefälligst impfen soll: Wie denn, wenn kein Impfstoff da ist?“, ärgert sich Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein. „Es ist noch nicht lange her, da hat die Politik den Vertragsärzten vorgeworfen, sie würden die Impfkampagne verschleppen. In Wahrheit sind wir es, die dafür sorgen, dass der Impfmotor nicht stottert. Vertragsärzte impfen, was das Zeug hält – sogar am Abend nach den Sprechstunden und an den Wochenenden. Die Ärzte und ihre Praxisteams sind mit ihren Kräften am Limit, und trotzdem lassen sie beim Impfen nicht nach – aus Verantwortung für die Gesellschaft. Es ist die Politik, die hier ihre Hausaufgaben nicht macht und den Fortschritt beim Impfen bremst“, so Bergmann.

Hinweise zur Impfstoffbestellung bis kommenden Dienstag

Auch für die Woche vom 6. bis 12. Dezember (KW 49) wird der Bund insgesamt nur etwa 2,9 Millionen Dosen für alle impfenden Stellen bereitstellen. Wie viele Dosen hiervon an die Arztpraxen gehen, konnte das Bundesgesundheitsministerium (BMG) nicht mitteilen. Für den Impfstoff Comirnaty hat das BMG deshalb Höchstbestellmengen festgesetzt. Pro Arzt sind für die KW 49 maximal 30 Dosen (5 Vials) des Impfstoffs von Biontech/Pfizer bestellbar.

Das BMG weist ausdrücklich darauf hin, dass die Praxen – abhängig von der Zahl der bestellenden Ärztinnen und Ärzte – auch weniger als 30 Dosen erhalten könnten (zwischen 18 und 24).

Noch unbegrenzt bestellbar für die Woche vom 6. bis 12. Dezember ist der Impfstoff Spikevax von Moderna. Eine Garantie, dass die Praxen damit vollumfänglich beliefert werden, konnte das BMG aber nicht geben. Kürzungen sind also auch für Spikevax nicht ausgeschlossen. Ebenfalls ohne Mengenbegrenzung bestellbar ist der Impfstoff von Johnson & Johnson.

Beachten Sie für Ihre Impfstoffbestellung bitte die Bestellfrist bis kommenden Dienstag (30. November), 12 Uhr. Danach können die Apotheken keine Bestellungen für den genannten Zeitraum mehr annehmen. Die Bestellung erfolgt wie üblich per Rezept und sollte ausschließlich in der Apotheke erfolgen, von der üblicherweise auch der Praxisbedarf bezogen wird. 

Nur halbe Dosis für Auffrischimpfung mit Moderna

Bitte beachten Sie bei der Anwendung von Spikevax, dass für Auffrischimpfungen nur die halbe Dosis im Vergleich zur Grundimmunisierung zu verwenden ist (0,25 ml statt 0,5 ml). Ein Vial reicht somit für 20 Auffrischimpfungen oder zehn Impfungen im Rahmen der Grundimmunisierung. Impfzubehör wird ausreichend mitgeliefert, sodass ein Vial vollständig für Auffrischimpfungen verwendet werden kann.

Für die Impfoptimierung nach einer einmaligen Impfung mit Johnson & Johnson ist die volle Dosis der Grundimmunisierung (0,5 ml) zu verwenden.

KVNO Praxisinfo | Themen: Impfstoffmenge Biontech, Kinderimpfung (PDF, 210 KB)