Site Loader

Der Vorstand der KV Nordrhein hat auf der jüngsten Vertreterversammlung (VV) am 20. November erste Planungen des Landes zur Umsetzung der Corona-Schutzimpfungen vorgestellt. Das vertragsärztliche System soll demnach bei der Organisation und Durchführung der Impfungen eine wichtige Rolle spielen. „Wir stehen in engem Austausch mit dem Ministerium und werden organisatorisch und medizinisch in erheblichem Umfang beteiligt sein, vor allem bei der Entwicklung einer Impfstrategie“, sagte KVNO-Vorstandsvorsitzender Dr. med. Frank Bergmann. In der ersten Impf-Phase sind etwa 30 zentrale Impfstandorte in Nordrhein vorgesehen, in denen vulnerable Bevölkerungsgruppen, medizinisches bzw. Pflegepersonal und Angehörige systemrelevanter Berufe geimpft werden.

Der KV-Vorsitzende sprach sich jedoch entschieden dagegen aus, dass die Niedergelassenen über die Priorisierung von Impfberechtigten entscheiden. Er machte zugleich deutlich, dass es die Unterstützung der Niedergelassenen nicht zum Nulltarif gibt: „Wenn Vertragsärztinnen und -ärzte bei den Impfungen mitwirken sollen, müssen natürlich die Rahmenbedingungen stimmen“, so Bergmann. Erste Ergebnisse einer kürzlich gestarteten Umfrage der KVNO zeigen, dass sehr viele Praxen im Rheinland bereit sind, ärztlich und mit Fachpersonal zu unterstützen. Die Online-Umfrage läuft noch: Unter www.kvno.de/impf-umfrage können Sie sich als Praxisinhaber daran beteiligen. Darüber hinaus besteht über das Freiwilligen-Portal von KV Nordrhein und Ärztekammer Nordrhein bereits konkret die Möglichkeit für Mediziner, sich als Helferin oder Helfer bei der Durchführung von zentralen Corona-Impfungen zu registrieren.

Kritik an Blockade-Haltung der Kassen beim ambulanten Operieren

Ein weiteres Thema der VV war die Verweigerung der Kassen, die Förderung von ambulanten Operationen fortzusetzen. „Es ist völlig unverständlich und skandalös, ohne Not die Förderung einer effizienten, umfangreichen Versorgung einzustellen, die die Krankenhäuser entlastet, Patienten entgegenkommt und den Kassen Millionen Euro einspart im Vergleich zur stationären Versorgung“, sagte Bergmann. In einem mehrheitlich von der VV angenommen Antrag werden die Krankenkassen aufgefordert, die Verhandlungen mit der KVNO wieder aufzunehmen und für die Operateure, Anästhesisten und die niedergelassenen Gastroenterologen sachgerechte Lösungen anzubieten.

Positive Nachrichten konnte Bergmann bei der Frage der Kostenerstattung für Schutzmaterial, das von den Praxen selbst beschafft wurde, überbringen. Die KVNO hat sich mit den nordrheinischen Krankenkassen nach intensiven Verhandlungen darauf geeinigt, dass betroffene Praxen ihre Kosten zu 90 Prozent erstattet bekommen. Ab November erfolge die Erstattung allerdings auf Basis definierter Höchstpreise. Darüber, wie Praxen gesammelte Rechnungen über selbst beschaffte Schutzausrüstung bei der KVNO einreichen können, werden wir in Kürze informieren.

Praxis-Umfrage zur Corona-Impfung

Freiwilligen-Portal von KVNO und AEKNO

KVNO Praxisinfo | Themen: KVNO ordert Testkits, Einreiseverordnung gestoppt, Kennziffer 32006 entfällt, Neue ICD-10-Kodes, Impf-Vorbereitungen laufen (PDF, 350 KB)