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Die Forderung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, flächendeckend so genannte Fiederambu­lanzen einzuführen, nahm der Vorstand der KV Nordrhein zum Anlass, die Versorgungsstrategie der KVNO für die kommende Erkältungssaison zu erläutern. „Im Mittelpunkt stehen Infektionssprechstun­den in den Praxen, mit denen die Patienten räumlich und zeitlich voneinander getrennt werden können. Dieses Prinzip wird schon seit Monaten von den Niedergelassenen geübt und angewendet“, sagte Vor­standsvorsitzender Dr. med. Frank Bergmann. Darüber hinaus gebe es Schwerpunktpraxen – also ein­zelne Praxen aus den Fachgruppen, die sich bereit erklären, Corona-Patienten zu versorgen und damit die anderen Praxen zu entlasten. „Die Infektionssprechstunden ermöglichen, Diagnosen zu stellen und die entsprechende Behandlung einzuleiten – unabhängig davon, ob es sich um eine harmlose Erkältung, Grippe oder COVID-19-Infektion handelt“, so Bergmann.

Ergänzend zu den Infektionssprechstunden der Praxen könnten bei Bedarf die vorhandenen Testzentren in Nordrhein in die Lage versetzt werden, zusätzlich zum ohnehin stattfindenden Testgeschehen in vor­handenen Strukturen auch Infektionssprechstunden zur Versorgung der Patienten außerhalb der Praxen anzubieten. „Dazu müssen sie natürlich bedarfsgerecht ausgestattet werden“, forderte Bergmann.

Voraussetzung sei, dass die erweiterten Leistungen, die dort erbracht werden, ebenso gegenfinanziert würden wie die nötige Versorgung mit Schutzausrüstung. „Da die Testzentren bereits bestehen oder vielfach auf Stand-by stehen, kann dieses Angebot relativ kurzfristig aufgebaut werden – die Grundla­ge für entsprechende Einrichtungen vor Ort ist immer, wie sich die Zahl der Neuinfektionen entwickeln wird“, so der KVNO-Chef. In einer nächsten Eskalationsstufe seien spezifische Hausbesuchsdienst für erkrankte Patienten denkbar. Auch diese könnten lokal relativ schnell aktiviert werden.