Bestellung, Lieferung, Aufbereitung und Verabreichung von Impfstoffen

Nach den aktuellen Informationen des NRW-Gesundheitsministeriums (MAGS) sollen nach Ostern die COVID-19-Impfstoffe von Biontech und Astrazeneca in den Arztpraxen verimpft werden können. Das MAGS klärt derzeit, welche Mengen und Bezugswege für den Impfstoff von Astrazeneca für die Arztpraxen zur Verfügung stehen. Zur Frage der Zweitimpfung mit Astrazeneca will sich die Ständige Impfkommission (STIKO) noch äußern.

Die Bestellmenge ist zunächst auf 18 bis maximal 50 Impfstoffdosen je Praxis pro Woche begrenzt. Die Praxen werden einmal wöchentlich durch die Apotheken beliefert. Sie müssen insbesondere zu Beginn damit rechnen, dass Ihre Praxis abhängig vom gesamten Bestellvolumen weniger Dosen erhält als Sie bestellt haben. Eine größere Lieferung als die von Ihnen bestellte Menge ist zunächst ausgeschlossen. Rechnerisch stehen etwa 20 Dosen je Arzt zur Verfügung. Sollte sich hieran etwas ändern, werden wir Sie rechtzeitig informieren.

Aufgrund der sich rasch ändernden Informationslage erhalten Sie nachfolgend wichtige Internetlinks, über welche Sie die aktuellen Informationen zu den zugelassenen Impfstoffen gegen COVID-19 abrufenkönnen:

Aktuelle Informationen der STIKO zu dem Impfstoff Vaxzevria (COVID-19 Vaccine Astrazeneca)von Astrazeneca

STIKO-Empfehlung zur COVID-19-Impfung

Aktuelle Übersicht des Paul-Ehrlich-Instituts über zugelassene COVID-19-Impfstoffe – insbesondere mit den Produktinformationen, Rote-Hand-Brief und Informationen für Ärztinnen und Ärzte zum Impfstoff von Astrazeneca

So bestellen Sie Ihren Impfstoff

  • Wann bestellen? – Bestellung immer dienstags (ab 30. März) bis spätestens zwölf Uhr für die Lieferung am Montag der darauffolgenden Woche (Ausnahme Woche nach Ostern bzw. Feiertage: Wegen Ostermontag erstmalige Lieferung am Dienstag, 6. April bzw. spätestens Mittwoch, 7. April, bis 12.00 Uhr; nach Feiertagen i.d.R. am darauffolgenden Werktag).
  • Wo bestellen? – Bestellung nur bei einer Apotheke – idealerweise bei der Apotheke, von der Sie auch sonst üblicherweise Ihren Praxisbedarf beziehen. Es ist vorgesehen, dass die Praxen bis Donnerstag der Bestellwoche darüber informiert werden, ob ihnen in der Folgewoche die bestellte Menge inklusive Impfzubehör in dem Umfang geliefert werden kann. In der ersten Bestellwoche soll dies bereits am Mittwoch, 31. März, geschehen. Die Rückmeldung erfolgt durch die Apotheke, bei der die Praxis bestellt hat. So können Impftermine gegebenenfalls noch verlegt werden.
  • Wie viel bestellen? – Zunächst nur Bestellung von 18 bis maximal 50 Impfstoffdosen möglich.
  • Was bestellen? – Vorerst kann nur der Impfstoff von Biontech/Pfizer bestellt und verimpft werden (6 Dosen je Mehrdosenbehältnis).
  • Wie bestellen? – Bestellung des Impfstoffs inklusive Impfzubehör (Kanülen, Spritzen und ggf. NaCl-Lösung) über Arzneimittelrezept (Muster 16) – getrennt nach Erstimpfung und Zweitimpfung.
    Als Kostenträger bitte das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) mit dem IK 100038825 angeben. Bei der Impfstoffbestellung, wie sie aktuell vorgesehen ist, muss keine Kennzeichnung der Felder „Gebührenfrei“, „Impfstoff“ oder „Sprechstundenbedarf“ erfolgen.

Bestellung über das Muster 16 (Arzneimittelrezept)

Für die Bestellung des Impfstoffs inklusive Impfzubehör (Kanülen, Spritzen und ggf. NaCl-Lösung) bei der Apotheke wird – analog dem Sprechstundenbedarf – das Formular Muster 16 (Arzneimittelrezept) verwendet. Die Bestellung ist arztgebunden, auf dem Rezept ist also die lebenslangeArztnummer (LANR) anzugeben. Bei der Bestellung ist hinsichtlich der Erst- und der Zweitimpfung zu unterscheiden:

Erstimpfung

Für die Erstimpfung sollen die Ärzte generisch und dosisbezogen bestellen, das heißt ohne Angabe des Fertigarzneimittels oder des pharmazeutischen Unternehmers – aber mit dem entsprechenden Impfstoffzubehör. Bei Verfügbarkeit größerer Mengen Impfstoffe soll perspektivisch auch eine impfstoffbezogeneBestellung möglich sein.

Beispieltext:
„30 COVID-19-Impfstoffdosen plus erforderliches Impfzubehör“

Erst- und Zweitimpfung

Damit sichergestellt werden kann, dass für die Zweitimpfung der gleiche Impfstoff zur Verfügung steht wie für die Erstimpfung, bestellen Praxen hierfür den entsprechenden Anteil impfstoffspezifisch mit dem Hinweis auf die Zweitimpfung. Es ist nicht vorgesehen, dass derzeit Impfstoffdosen für die erforderliche Zweitimpfung zurückgelegt werden. Die Ärzte müssen somit entsprechend planen und die benötigten Dosen für die Zweitimpfungen in der entsprechenden Woche vor der Impfung bestellen. Gegebenenfalls sind auch die Dosen für erforderliche Erstimpfungen zu bestellen.

Beispieltext:
„50 COVID-19-Impfstoffdosen plus erforderliches Impfzubehör, davon 30 Impfstoffdosen Comirnaty von Biontech und zehn Impfstoffdosen COVID-19-Vaccine/Vaxzevria von Astrazeneca für Zweitimpfungen“

Bei der Impfstoffbestellung, wie sie aktuell vorgesehen ist, muss keine Kennzeichnung der Felder „Gebührenfrei“, „Impfstoff“ oder „Sprechstundenbedarf“ erfolgen.

Materialien und Arzneimittel für eine Notfallbehandlung werden wie üblich – so wie bei anderen Impfungen auch – von den Praxen vorgehalten (siehe Corona-Praxisinformation vom 25. März).


Hinweis: Gemeint sind normale Adrenalin-Ampullen für Injektionszwecke. Adrenalin-Fertigpens können nicht über den Sprechstundenbedarf bezogen werden.

Der Bestellweg für Ärztinnen und Ärzte, die nicht an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen, wird mit der angekündigten neuen Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV) erwartet.

Welchen Kostenträger gebe ich bei der Bestellung an?

Als Kostenträger ist auf dem Muster 16 (Arzneimittelrezept) das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS)mit der IK-Nummer 100038825 anzugeben.

Achtung: Bei der Impfstoffbestellung wird nicht zwischen privat und gesetzlich Versicherten unterschieden. Für beide Versichertengruppen kann über dasselbe Formular Muster 16 bestellt werden. Kostenträger ist immer das BAS.

Die Hinweise zum Ausfüllen des Impfstoff-Rezeptes haben wir in einem Merkblatt zusammengefasst:

Impfstoff-Rezept COVID-19 Ausfüllhilfe (PDF, 292 KB)

Weitere Informationen zu Bestellung, Lagerung, Impfzubehör und Impfstoffen finden Sie hier:

Impfstoffbezogene Übersicht zum Impfzubehör (PDF, 400 KB)

Informationen über Impfstoffe und Zubehör von der KBV

Steckbrief „Comirnaty“ von Biontech/Pfizer

Steckbrief COVID-19-Vaccine Astrazeneca/Vaxzevria

Stellungnahme der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH) zur Impfung mit dem AstraZeneca (PDF, 600 KB)

Hinweise zu Lagerung und Haltbarkeit der Impfstoffe

Aufgetaut und ungeöffnet kann das Vakzin von Biontech/Pfizer maximal 120 Stunden beziehungsweise fünf Tage im Kühlschrank bei 2 bis 8 °C (inklusive Zeit für Auftauen und Transport) aufbewahrt werden, zwei Stunden bei Raumtemperatur bis 30°C. Mit der Lieferung des Impfstoffs wird ein Begleitdokument ausgehändigt, auf dem der Auftauzeitpunkt und das damit zusammenhängende Ende der Haltbarkeit vermerkt ist. Vorbereitet ist der Impfstoff sechs Stunden bei 2 bis 30 °C ab dem Zeitpunkt der Verdünnung haltbar.


Das Vakzin von Astrazeneca hält sich ungeöffnet sechs Monate bei einer Temperatur von 2 bis 8 °C im Kühlschrank. Nach Entnahme der ersten Dosis aus dem Mehrdosenbehältnis beträgt die Haltbarkeit nicht mehr als 48 Stunden im Kühlschrank bei 2 bis 8°C; innerhalb dieses Zeitraums kann der Impfstoff bei bis zu 30°C für bis zu sechs Stunden gelagert und angewendet werden. Nach Ablauf der sechs Stunden muss der Impfstoff verworfen werden und darf nicht wieder in den Kühlschrank zurückgestellt werden.

Vorbereitung und Rekonstitution von Impfstoffen

Zur Vorbereitung und Verabreichung der einzelnen Impfstoffe sowie zu den Stabilitätsdaten stellen die jeweiligen Hersteller detaillierte Handlungshilfen zur Verfügung.

Auf der Webseite von Biontech/Pfizer finden Sie Anleitungsvideos zu Rekonstitution, Zubereitung von Einzeldosen sowie Verabreichung des Impfstoffs und zur Lagerung/Handhabung. Detaillierte Informationen zu Vorbereitung und Verabreichung erhalten Sie auch über zwei Infoblätter:

Folgende Materialien speziell für Praxen zum mRNA-Impfstoff Comirnaty von Biontech/Pfizer finden Sie hier:

Zum mRNA-Impfstoff Comirnaty von Biontech/Pfizer:

Anleitungsvideos zu Rekonstitution, Zubereitung von Einzeldosen sowie Verabreichung des Impfstoffs und zur Lagerung/Handhabung des mRNA-Impfstoffs Comirnaty von BioNTech/Pfizer

Infoblatt Schritt-für-Schritt-Anleitung: Vorbereitung mRNA-Impfstoff Comirnaty und Her-stellung Einmaldosis

Infoblatt zum Hausbesuch: Empfehlungen zur Handhabung des mRNA-Impfstoffs Comirnaty für Hausbesuche

Beachten Sie auch die Fach- und Gebrauchsinformationen zu den Impfstoffen, bereitgestellt vom Paul-Ehrlich-Institut:

Aktuelle Übersicht des Paul-Ehrlich-Institutes über zugelassene COVID-19-Impfstoffe – insbesondere mit den Produktinformationen, Rote-Hand-Brief und Informationen für Ärztinnen und Ärzte zum Impfstoff von Astrazeneca.


Darüber hinaus können Praxen sich auf den Internetseiten von Biontech und Astrazeneca zu den Impfstoffen informieren. Die Hersteller bieten umfangreiche Informationen für Fachkreise:

Voraussichtlich ab 5. April steht dann auch eine Webseite von Biontech/Pfizer speziell für Praxen mit allen Informationsmaterialien zur Verfügung unter praxis.comirnaty.de

Die Informationen werden kontinuierlich ergänzt.