Fragen und Antworten rund um Covid-19

Priorisierung, Aufklärung, Beratung

Für die Impfungen in Arztpraxen gilt weiterhin die Priorisierung gemäß der Corona-Impfverordnung als Grundlage. Zu Beginn sind die Arztpraxen aufgefordert, schwerpunktmäßig immobile Patientinnen und Patienten in der eigenen Häuslichkeit sowie Personen mit Vorerkrankungen, die mit einem hohen Risiko im Falle einer SARS-CoV-2-Infektion (siehe § 3 CoronaImpfV) verbunden sind, zu impfen.

Schaubild: Corona-Schutzimpfung: Wer & Wann? – Informationen für die Praxis (PDF, 60 KB)

Aufgrund der zunächst noch sehr geringen Liefermengen pro Woche empfehlen Bund und Länder, dass die Ärzteschaft zunächst ihre besonders vulnerablen Patientinnen und Patienten gezielt zum Impfen einlädt. Ärztinnen und Ärzte haben jedoch die Flexibilität, auf Basis der Impfverordnung nach ärztlicher Einschätzung vor Ort selbst zu entscheiden, wer wann geimpft wird, wenn dies für eine effiziente Organisation der Schutzimpfungen oder eine zeitnahe Verwendung vorhandener Impfstoffe notwendig ist – vor allem, wenn damit ein Verwurf von Impfstoffen vermieden wird. Ausdrücklich zulässig ist eine Abweichung von der Impfreihenfolge auch, um eine dynamische Ausbreitung des Coronavirus aus hochbelasteten Grenzregionen und in oder aus deutschen Hochinzidenzgebieten zu verhindern.

Praxisorganisation

Wie und in welchem Umfang COVID-19-Schutzimpfungen in den Praxisablauf integriert werden können, legen Sie selbst fest. Die Größe der Praxis sowie die personellen und räumlichen Gegebenheiten sowie der Umfang der für die Praxis zur Verfügung stehenden Impfstoffe können dabei eine Rolle spielen – insbesondere auch im Hinblick auf die Nachbeobachtung.

Im Allgemeinen wird eine Nachbeobachtungszeit nach der Impfung gegen COVID-19 von mindestens 15 Minuten empfohlen. Längere Nachbeobachtungszeiten von 15 bis 30 Minuten sollten vorsichtshalber bei bestimmten Risikopersonen eingehalten werden, beispielsweise bei Personen mit gerinnungshemmender Medikation, schweren kardialen oder respiratorischen Grunderkrankungen oder mit stärkeren oder anaphylaktischen Reaktionen auf andere Impfungen in der Anamnese.

Die Terminvergabe, beispielsweise per Telefon oder digitaler Terminbuchungsmöglichkeit, regeln die Praxen selbst. Eine zentrale Einladung gibt es nicht. Sie kennen als behandelnder Arzt oder behandelnde Ärztin ihre Patienten am besten und können sie gezielt ansprechen.

Aufklärung

Die Aufklärung ist ein wichtiger Teil der Impfleistung. Ärztinnen und Ärzte sind verpflichtet, die impfende Person oder den Sorgeberechtigten über die Vorteile und Risiken vorab zu informieren. Bei der COVID-19-Schutzimpfung ist das nicht anders als bei anderen Schutzimpfungen. Besondere Maßnahmen sind hierbei nicht erforderlich. Eine Anamnese ist nur dann erforderlich, wenn Sie die Person nicht kennen, weil sie zum ersten Mal Ihre Praxis aufsucht.

Das Robert Koch-Institut (RKI) stellt die bundesweit einheitlichen Aufklärungsmerkblätter sowie Anamnese- und Einwilligungsbögen zum mRNA-Impfstoff und zum Vektor-Impfstoff für die Impfaufklärung auf seiner Webseite online bereit.

Die Dokumente werden fortlaufend dem aktuellen Impfgeschehen angepasst und sind auch in mehreren Fremdsprachen und leichter Sprache abrufbar. Bitte nutzen Sie immer nur die aktuellen Versionen, die Sie stets hier finden:

Aufklärungsmerkblätter sowie Anamnese- und Einwilligungsbögen zur COVID-19-Impfung mit mRNA-Impfstoff

Aufklärungsmerkblätter sowie Anamnese- und Einwilligungsbögen zur COVID-19-Impfung mit Verkorimpfstoff

Für die COVID-19-Impfaufklärung von nicht deutschsprachigen Personen steht eine neue App zum kostenlosen Download bereit. Die Rescue-Impf-App wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) entwickelt und kann auch bei der Aufklärung sehgeschädigter oder gehörloser Menschen eingesetzt werden.

Die App deckt mehr als 35 Sprachen einschließlich Gebärdensprache ab und ermöglicht nach Angaben des Ministeriums eine „rechtssichere Aufklärung und Anamneseerhebung“.

Mehr Infos

Dokumentation im Impfausweis

Die Impfung gegen SARS-CoV-2 wird wie üblich – wie bei anderen Impfungen auch – im Impfpass dokumentiert. Personen ohne Impfpass können eine Ersatzbescheinigung zur Dokumentation der durchgeführten COVID-19-Schutzimpfung erhalten. Bei dem Formular fügen Sie bitte in die Spalte „Name und Anschrift des Impfzentrums“ den Praxisstempel ein.

Ersatzbescheinigung zur COVID-19-Schutzimpfung (PDF, 597 KB)

Die Firma Biontech hat mit der ersten Impfstofflieferung diese Woche einen Bogen mit 120 Etiketten für die Impfpässe bereitgestellt. Diese Aufkleber müssen noch mit der jeweiligen Chargennummer des Impfstoffes bedruckt werden. Dazu liegt der Lieferung eine Anleitung bei.

Zum Bedrucken der vorgefertigten Etiketten geben Sie bitte den auf der Anleitung angegebenen Link in die Adresszeile Ihres Browsers ein. Dann öffnet sich eine Internetseite auf der Sie eine Druckvorlage mit leeren Etiketten finden. Dort können Sie die Chargennummer eintragen und anschließend auf dem mitgelieferten Etiketten-Bogen ausdrucken. Dazu kann ein normaler Drucker verwendet werden.

Hinweis: Da bei den Impfstickern die Gefahr von Fälschung besteht, bewahren Sie die Etiketten-Bögen bitte sicher auf. Haben Sie keine Verwendung mehr dafür, machen Sie diese bitte unbrauchbar und entsorgen Sie diese.

Eine Auslieferung der Etiketten-Bögen zusammen mit dem Impfstoff war nach Auskunft des Herstellers nur einmalig möglich. Weitere Bögen mit klebbaren Etiketten zum Selbstbedrucken können Praxen im Webshop von Biontech (Zugang erfolgt über DocCheck) kostenfrei bestellen. Sollten Sie keine Klebeetiketten zur Verfügung haben, tragen Sie die Impfung bitte per Hand ein.

Bei Fragen können Sie sich telefonisch an den Kundenservice von Biontech wenden unter Telefon 06131 908 40.

Bestellung von Klebeetiketten von Biontech/Pfizer

Anleitung Biontech/Pfizer: Etiketten zum Selbstausdrucken (Stand: 07.04.2021, PDF, 4,6 MB)

Nebenwirkungen und Haftung

Für das Melden von Nebenwirkungen nutzen Praxen die gewohnten Wege.

Meldung an das Gesundheitsamt: Nach dem Infektionsschutzgesetz besteht eine namentliche Meldepflicht einer sogenannten unerwünschten Arzneimittelwirkung (UAW) an das jeweilige Gesundheitsamt. Dieses leitet die Meldung weiter an die zuständige Landesbehörde und an das Paul-Ehrlich-Institut (PEI).

Meldung an die Arzneimittelkommission: Ärztinnen und Ärzte haben die berufsrechtliche Verpflichtung zur Meldung von Nebenwirkungen an die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft. Diese leitet die Meldung pseudonymisiert an das PEI weiter.

UAW-Meldung

Weitere Hinweise zur Organisation und Aufklärung in der Arztpraxis

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