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Am Dienstag, 24. März, hat die KV Nordrhein damit begonnen, die dringend benötigte und vom Bundesgesundheitsministerium gelieferte Schutzausrüstung an Praxen in Nordrhein zu verteilen. Die Schutzmaterialien, darunter FFP2 und 3-Masken, Atemschutzmasken, Hauben, Handschuhe und Schutzkittel, kommen in unterschiedlich großen Teillieferungen und Mengen an und werden von der KV Nordrhein in einem Zeitraum von höchstens zwei Tagen verteilt. Mit dem derzeit vorhandenen Material kann die KV Nordrhein nach und nach gebietsweise und nach Dringlichkeit alle Haus- und Fachärzte ausstatten.

Die Reihenfolge, in der die Regionen beliefert werden, bestimmt der Bedarf beziehungsweise die Betroffenheit der Regionen hinsichtlich der örtlichen Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten und daran Erkrankten.

Die Abgabe erfolgt über regionale Ausgabestellen, deren genauer Standort den Ärztinnen und Ärzten in der jeweiligen Region zusammen mit der Ausgabezeit via Fax oder E-Mail mitgeteilt wird. Die Benachrichtigung enthält einen QR-Code, mit dem die empfangsberechtigten Ärztinnen und Ärzte oder ihr Personal sich vor Ort legitimieren müssen. Es ist kein längerer Aufenthalt vor Ort nötig, es kommt auch nicht zu Gruppenbildung.

Bitte behalten Sie Ihr Fax-Gerät oder Ihr E-Mail-Postfach in den kommenden Tagen im Blick und sehen Sie von Nachfragen zur Verteilung des Schutzmaterials ab! Alle Mitglieder, an die die KV Nordrhein Material ausgeben kann, werden benachrichtigt und erhalten alle dazu nötigen Informationen.

Für diese und viele weitere Informationen ist es extrem wichtig, dass wir korrekte Kontaktdaten von Ihnen haben. Ob das der Fall ist, können sie den Angaben in unserem Mitgliederverzeichnis auf kvno.de entnehmen.

Bei falschen Angaben teilen Sie bitte den Arztregistern per Fax oder
E-Mail die richtige Adresse mit. Das Meldeformular finden Sie hier.

Alle Richtlinientherapien können über Videosprechstunde erfolgen. Um die psychotherapeutische Versorgung während der Coronavirus-Krise zu erleichtern, haben KBV und GKV-Spitzenverband zudem einige Sonderregelungen beschlossen. Sie gelten ab sofort und betreffen die Videosprechstunde sowie die Umwandlung von Gruppen- in Einzeltherapien. Die Durchführung von psychotherapeutischen Sprechstunden und probatorischen Sitzungen (auch neuropsychologische Therapie) werden bis zum 30. Juni auch im Rahmen der Videosprechstunde ermöglicht.

Dies erlaubt es, diagnostische Einschätzungen und eine Einleitung von Psychotherapie auch per Video vorzunehmen. Eine Psychotherapie kann somit in Einzelfällen auch ohne persönlichen Kontakt zwischen Patient und Therapeut beginnen. Zudem müssen die Vorgaben der Ärztekammer zur Berufsordnung in Bezug auf die Gestaltung der Erstkontakte beachtet werden. Zur Umsetzung der Sonderregelungen wurde der EBM so angepasst, dass die entsprechenden Gebührenordnungspositionen bis zum 30. Juni auch abgerechnet werden dürfen, wenn die Leistungen per Videosprechstunde durchgeführt wurden.

Genehmigte Leistungen einer Gruppenpsychotherapie können übergangsweise in Einzelpsychotherapie umgewandelt werden, ohne dass hierfür eine gesonderte Antragstellung bei der Krankenkasse oder Begutachtung erfolgen muss. Auch diese Regelung gilt bis 30. Juni. Die Umwandlung erfolgt über die „Therapieeinheit“ und muss lediglich formlos der Krankenkasse mitgeteilt werden. Für je eine Therapieeinheit genehmigte Gruppentherapie (entspricht einer Sitzung mit 100 Minuten) kann bei Bedarf maximal je Patient der Gruppe eine Einzeltherapie (entspricht einer Sitzung mit 50 Minuten) durchgeführt und abgerechnet werden. Durch die Umwandlung von Gruppen- in Einzelsitzungen können im unmittelbaren persönlichen Kontakt Infektionsrisiken minimiert werden, wenn dies erforderlich ist. Weiterer Vorteil: Einzelsitzungen können auch in einer Videosprechstunde durchgeführt werden. Die Durchführung von Gruppentherapien ist weiterhin zulässig – ob sie zumutbar ist, müssen Therapeutinnen und Therapeuten im Rahmen ihrer eigenen Verantwortung abwägen.

Die KV Nordrhein setzt sich zusätzlich auch für die Möglichkeit einer telefonischen Leistungserbringung ein. Dazu gibt es auf Bundesebene jedoch noch keine konkrete Regelung.

Mehr Infos zur Videosprechstunde

Praxisinfo: Rezepte ohne Einlesen der eGK (PDF, 170 KB)

Da es sich um bekannte Patienten handelt, gilt für das Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) das übliche Verfahren: Findet in einem Quartal ausschließlich ein telefonischer Kontakt statt, übernehmen Ärzte die Versichertendaten aus der Patientenkartei. Die Vorlage der eGK ist in diesem Fall nicht erforderlich. Der Fall wird in der Abrechnung erfasst und zählt auch in der Prüfung nach Durchschnittswerten.

Dies gilt für folgende Verordnungen:
  • Folgeverordnungen für Arzneimittel (einschließlich BtM-Rezepte)
  • Verordnung einer Krankenbeförderung (Muster 4)
  • Überweisungen (Muster 6 und 10)
  • Folgeverordnungen für häusliche Krankenpflege (Muster 12)
  • Folgeverordnungen für Heilmittel (Muster 13 Physiotherapie und Podologie, Muster 14 Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie, Muster 18 Ergotherapie und Ernährungstherapie).
Hinweise zur Verordnung von Arzneimitteln

Ärzte sollten im Hinblick auf die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie bei der Verordnung von Arzneimitteln folgende Punkte besonders berücksichtigen:

  • Keine Mehrfachverordnungen: Insbesondere bei chronisch kranken Patienten wie im bisher gewohnten Umfang verordnen (z.B. mit einer N3-Packung).
  • Keine zusätzlichen Privatrezepte: Soweit aus ärztlicher Sicht nicht erforderlich, sollte hierauf verzichtet werden. Die Arzneimittel stehen dann den Patienten zur Verfügung, die diese dringend benötigen.
  • Aut-idem ermöglichen: Stellen Sie wenn möglich eine Wirkstoffverordnung aus und wenden Sie das Austauschverbot (Aut-idem-Kreuz) nur in medizinisch begründeten Einzelfällen an.

Ziel ist es, Versorgungsengpässen bei Arzneimitteln vorzubeugen und im Fall von temporären Engpässen die Verfügbarkeit von davon betroffenen Arzneimitteln zu verlängern.

KBV Praxisnachricht: Folgerezepte

Ab sofort können Ärztinnen und Ärzte Patientinnen und Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege nach telefonischer Rücksprache eine Bescheinigung auf Arbeitsunfähigkeit (AU) für die Dauer von maximal sieben Tage ausstellen. Patienten müssen dafür nicht in die Arztpraxis kommen. Diese Sonderregelung gilt nach Auskunft des G-BA zunächst bis 4. Mai 2020.

Die AU-Regelung gilt für:

  • Patienten mit Erkrankungen deroberen Atemwege, die eine leichte Symptomatik zeigen
  • Patienten mit Erkrankungen der oberen Atemwege, die eine leichte Symptomatik zeigen, und bei denenaußerdem ein Verdacht besteht, dass sie mit dem Virus infiziert seinkönnten.

In solchen Krankheitsfällen dürfen Ärzte nach telefonischer Anamnese eine AU-Bescheinigung für bis zu 7 Tage ausstellen und dem Patienten per Post zusenden. Hinweise zur Abrechnung:

  • Versicherten- bzw. Grundpauschale plus GOP 40122 für das Porto (0,90 Euro): Der Patient war in dem Quartal mindestens einmal in der Praxis oder hatte einen Arzt-Kontakt per Videosprechstunde
  • GOP 01435 (88 Punkte / 9,67 Euro) plus GOP 40122 für das Porto (0,90 Euro): Der Patient war in dem Quartal weder in der Praxis noch in einer Videosprechstunde.

Alle Regelungen gelten auch für die Ausstellung einer ärztlichen Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei der Erkrankung eines Kindes (Muster 21).

Fälle, bei denen ein klinischer Verdacht vorliegt oder eine Infektion mit dem SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, sind mit der Ziffer 88240 zu kennzeichnen. Dies gilt auch, wenn der Patient durch die Terminservicestelle (Patientenservice 116117) vermittelt wurde. Die ärztlichen Leistungen werden seit 1. Februar in voller Höhe extrabudgetär bezahlt.

Die ICD-Verschlüsselung für die Coronavirus-Krankheit lautet: U07.1! COVID-19 (Coronavirus-Krankheit-2019). Wichtig bei der Angabe des Schlüssels ist die differenzierte Verwendung des Zusatzkennzeichens für die Diagnosesicherheit. Der Diagnoseschlüssel U07.2 ! ist neu und gilt ab dem zweiten Quartal.

Mit dem Kode U07.2 ! werden ab dem zweiten Quartal die „Verdachtsfälle“ kodiert, bei denen klinisch-epidemiologisch eine COVID-19-Erkrankung diagnostiziert wurde, aber SARS-CoV-2 durch einen Labortest nicht nachgewiesen werden konnte.

Kein „!“ beim Kodieren
Bei beiden COVID-19-Kodes handelt es sich nach der ICD-10-GM um Zusatzkodes, also sogenannte Ausrufezeichenkodes (!). Damit ist geregelt, dass diese Kodes eine ergänzende Information enthalten und mit mindestens einem weiteren Kode kombiniert werden müssen. Das Ausrufezeichen gehört zur Bezeichnung des Kodes, es wird aber bei der Kodierung nicht angegeben.


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