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Vor zwei Wochen hatte die KV Nordrhein auf Bitte des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) eine Abfrage unter Haus-ärzten, hausärztlichen Internisten sowie Kinder- Jugendärzten zum künftigen Bedarf an Pneumovax23 gestartet. Hintergrund ist ein drohender Lieferengpass für den Pneumokokken-Impfstoff aufgrund der Corona-Pandemie. Für Deutschland wurde bereits eine zusätzliche Charge aus Japan bereitgestellt, die schnell abverkauft war. Darüber hinaus hat das PEI die Indikation auf über 70-Jährige und Personen mit Immundefizienz oder chronischen Atemwegserkrankungen eingeschränkt.

Die Abfrage bezog sich auf den durchschnittlichen Verbrauch von Pneumovax23 vor der Corona-Pande­mie und die Einschätzung des benötigten Bedarfs in den kommenden Quartalen. 856 Praxen beteiligten sich an der Befragung. Ergebnis: Während vor Corona durchschnittlich knapp 22 Dosen Pneumovax23 je Quartal verimpft wurden, wird nunmehr ein Quartalsbedarf von durchschnittlich knapp 50 Dosen erwartet – also eine Steigerung um den Faktor 2,3. Die KBV wird die Daten aus den einzelnen Bundesländern nun zusammenführen und an das PEI weiterleiten. Dieses will die Daten nutzen, um seine Empfehlungen zur Pneumokokkenimpfung anzupassen. Dem Bundesgesundheitsministerium helfen die Bedarfsschätzun­gen bei der Entscheidung, einen Impfstoff eventuell zentral zu beschaffen.

Praxisinfo: Themen unter anderem Heinsberg-Studie, Pneumokokken-Impfstoff und Arzneimittelausgaben (PDF, 400 KB)