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Die Zulassung des ersten Impfstoffs gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 steht kurz bevor. Die Unterneh­men Biontech und Pfizer haben die Herstellung von 50 Millionen Dosen noch in diesem Jahr angekün­digt. Angehörige von Pflege- und Gesundheitsberufen – und damit auch das Personal in ärztlichen und psychotherapeutischen Praxen – sollen neben Risikopatienten vorrangig geimpft werden.

Die Länder haben nun den Auftrag, möglichst schnell die Infrastruktur zur Durchführung der Massen-impfungen aufzubauen, die zunächst in Impfzentren stattfinden werden. Dabei muss der Impfstoff bei minus 70 Grad transportiert und gelagert werden. In Nordrhein-Westfalen sollen nach Informationen des Gesundheitsministeriums (MAGS) mindestens 53 solcher Impfzentren eingerichtet werden – in jedem Kreis und jeder kreisfreien Stadt zumindest eines. In Nordrhein ist von etwa 30 Impfzentren auszugehen. Darüber hinaus sollen die Zentren durch mobile Impfteams ergänzt werden, die beispielsweise in statio­nären Einrichtungen wie Pflegeheimen zum Einsatz kommen.

Enorme logistische Herausforderung

„Die Vorbereitungen zur Impfung von rund 18 Millionen Einwohnern sind eine Mammutaufgabe. Bund und Land haben deshalb die Kassenärztlichen Vereinigungen um Unterstützung gebeten“, sagt Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein. Insbesondere in der ersten Phase der SARS-CoV-2-Impfung werden Mediziner und Medizinische Fachangestellte in den Zentren und für die mobilen Impfteams benötigt. Wenn zu einem späteren Zeitpunkt weitere Impfstoffe zur Verfügung stehen, die geringere Anforderungen an Transport und Lagerung haben, können Impfungen auch in den Praxen stattfinden.

„Zur Unterstützung der Impfstrategie des Landes bitte ich Sie um Ihre Mithilfe. Wenn es Ihnen möglich ist, stunden- oder tageweise in den Impfzentren tätig zu sein, teilen Sie uns das bitte mit“, so Bergmann. Die KVNO hat dazu gestern eine Online-Umfrage gestartet, mit der zwei Fragen beantwortet werden sollen, die für die Planung der Impfaktion von zentraler Bedeutung sind:

  1. Wie hoch ist ungefähr der Impfbedarf beim Personal in den Praxen?
  2. Mit welchen personellen Ressourcen (Ärztinnen/Ärzte und MFA) können wir für die Durchführung zentraler Impfungen rechnen?

„Die Beantwortung des Online-Fragebogens dauert nur wenige Minuten. Mit Ihrer Teilnahme liefern Sie uns wichtige Informationen, um die Ressourcen zum Aufbau des Impfangebots einschätzen zu können“, sagt Dr. Carsten König, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein. „Natürlich erhalten Sie für Ihre Unterstützung ein Honorar. Auch eventuell entstehender Praxisausfall wird erstattet“, so König. Die Rahmenbedingungen des Einsatzes von Vertragsärztinnen und -ärzten wie Vergütung und Einsatzstandorte werden derzeit mit dem MAGS verhandelt.

Hier geht es zur Online-Umfrage

KVNO Praxisinfo | Themen: Praxis-Umfrage zum Thema Impfen, Pandemie-Handbuch (PDF, 350 KB)