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In einer Klausurtagung am 25. September zogen die Delegierten der KVNO-Vertreterversammlung ein Zwischenfazit der Corona-Pandemie – um aus den Erfahrungen der vergangenen sieben Monate zu lernen, aber auch, um für den weiteren Verlauf der Pandemie und künftige vergleichbare Situationen besser vorbereitet zu sein. In die Debatte flossen sowohl Erkenntnisse und Initiativen des KVNO-Vorstands und der Fachabteilungen der KV Nordrhein als auch Hinweise und Vorschläge aus den Beratenden Fachausschüssen der KVNO ein. Die Erkenntnisse aus der Tagung sollen allen niedergelassenen Mitgliedern in einem „Pandemie-Handbuch“ zur Verfügung gestellt werden.

Delegierte und Vorstand formulierten aber auch Erfordernisse und Voraussetzungen für einen zukünftigen Einsatz der Niedergelassenen. Staat und Selbstverwaltung müssten für die Ärztinnen und Ärzte ein Mindestmaß an materieller und persönlicher Sicherheit gewährleisten, damit sie sich auf die Bewältigung der medizinischen und organisatorischen Herausforderungen einer Pandemie konzentrieren können, so die Kernforderung eines gemeinsamen Positionspapiers.

Schutzmaterial und finanzieller Ausgleich

Nach den Erfahrungen im Frühjahr müsse künftig die Bereitstellung und Finanzierung ausreichender Mengen an Schutzmaterial garantiert sein. Praxen müssten außerdem für die besonderen pandemiebedingten Aufgaben und Investitionen (zum Beispiel zur Praxisausstattung und für technische Infrastruktur) sowie die Mehrarbeit adäquat und zusätzlich honoriert werden. Gefordert werden auch eine automatische Schutzschirm-Regelung im Falle einer epidemischen Lage sowie die Einbindung der Vertragsärzteschaft in die Erstellung und Aktualisierung von Pandemieplänen sowie in kommunale Krisenstäbe. Zudem sei eine bessere Aufgabenteilung zwischen ambulanter Versorgung und ÖGD notwendig.

Für den weiteren Verlauf der Pandemie hielten die Delegierten fest: Erste Anlaufstelle für Patienten bleiben die Praxen. Die Vertragsärzteschaft sei in der Lage, eine getrennte Versorgung von Infizierten bzw. Verdachtsfällen und nicht infizierten Patienten zu organisieren – mit an die Infektionslage und an lokale Strukturen angepassten Maßnahmen. Zu denen könnten im letzten Schritt nach Infektionssprechstunden, der Aufrüstung von Testzentren und Hausbesuchsdiensten auch Behandlungszentren gehören.

Wortlaut des gemeinsamen Positionspapiers von Vorstand und VV (PDF, 170 KB)

KVNO Praxisinformation | Themen: Schutzschirm-Ausgleichzahlung Q2/2020, Lehren aus der Pandemie, Grippeschutzimpfung (PDF, 380 KB)