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Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein und Apothekerverband Nordrhein haben sich in einem gemeinsamen Brief an Bundesgesundheitsminister Spahn dafür eingesetzt, die Verordnung und Abgabe von Arzneimitteln während der Corona-Pandemie zu vereinfachen. Durch den Abbau von bürokratischen Vorschriften könnte vermieden werden, dass Patienten wegen eines Rezepts in die Arztpraxen und Apotheken kommen und damit sich sowie das Personal einem Infektionsrisiko aussetzen.

Die Unterzeichner, KVNO-Chef Dr. med. Frank Bergmann und der Vorsitzende des nordrheinischen Apothekerverbands, Thomas Preis, machen in dem Brief konkrete Vorschläge, wie nicht unbedingt notwendige Mehrfachkontakte verhindert werden könnten. Zum Beispiel dadurch, dass bei Wirkstoffen der Substitutionsausschlussliste ein Austausch eines Medikaments erfolgen kann, wenn das Arzneimittel in der Apotheke nicht verfügbar ist. Auch die Stückelung kleinerer Packungsgrößen bis zur verordneten Menge bei gleichzeitiger Abrechnungsmöglichkeit nach der tatsächlich abgegebenen Packungszahl wäre wünschenswert. Für Änderungen und Ergänzungen sollte eine Verordnung nicht erneut beim Arzt vorgelegt werden müssen. Eine Dokumentation sollte ausreichen.

Weitere Informationen zu den Vorschlägen von AV und KV Nordrhein für eine vereinfachte Medikamenten-Verordnung und –Abgabe finden Sie unter:

https://www.kvno.de/60neues/2020/pm_buerokratieabbau_coronakrise/index.html

Die KV Nordrhein weist in diesem Zusammenhang noch einmal darauf hin, dass bis 30. Juni 2020 bundesweit eine Sonderregelung für Arzneimittelrezepte und weitere ärztliche Verordnungen gilt. Danach dürfen Praxen Folgerezepte, Folgeverordnungen und Überweisungen ihren Patienten auch per Post zusenden, ohne dass ein Besuch in der Praxis und das Einlesen der Versichertenkarte nötig ist. Voraussetzung ist, dass der Patient bei dem betreffenden Vertragsarzt bereits in Behandlung ist.

Honorar für Corona-Behandlungen und Verordnung und Abgabe von Arzneimitteln (PDF, 220 KB)