Merkblatt: Coronavirus | Abrechnungsmöglichkeiten bei der Behandlung von Patienten (PDF, 160 KB)

Der Bewertungsausschuss beschließt aufgrund der aktuellen Ausbreitung der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2, die am 11. März 2020 durch die Weltgesundheitsorganisation WHO zur Pandemie erklärt wurde, dass die Begrenzungsregelungen von Videosprechstunden (Allgemeine Bestimmungen Nr. 4.3.1 Absatz 5 Nr. 6 und Absatz 6 EBM) ausgesetzt werden. Der Bewertungsausschuss wird spätestens zum 31. Mai 2020 prüfen, ob eine Verlängerung der Aussetzung der behandlungsfall- und leistungsbezogenen Begrenzungen bei der Durchführung von Videosprechstunden erforderlich ist.

Für das 1. Quartal 2020 erfolgt keine Aussetzung der behandlungsfall- und leistungsbezogenen Begrenzungsregelungen, da der Bewertungsausschuss davon ausgeht, dass die Begrenzungen nicht erreicht werden.

Alle aufgrund des Verdachts auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 oder einer nachgewiesenen Infektion erforderlichen ärztlichen Leistungen werden seit dem 1. Februar in voller Höhe extrabudgetär honoriert. Darauf haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKS-Spitzenverband geeinigt. Sie sind mit der EBM-Ziffer 88240 abzurechnen.

Wegen der sich weiter ausbreitenden Infektionen mit dem Coronavirus hat der Bewertungsausschuss außerdem mit Wirkung zum 28. Februar 2020 die Untersuchungsindikation der Gebührenordnungsposition (GOP) 32816 (labordiagnostische Untersuchung) aktualisiert. Demnach ist das bevorzugte Untersuchungsmaterial für den Nachweis einer möglichen Corona-Infektion ein Oropharynx- und/oder Nasopharynx-Abstrich, wie bei der Influenza-Diagnostik. Der Abstrich ist mit einem trockenen Stäbchen durchzuführen. Die GOP 32816 ist einmal am Behandlungstag berechnungsfähig.

Bei durch das SARS-CoV-2-Virus ausgelösten Covid-19-Erkrankungen und dem Verdachtsfall besteht eine Meldepflicht. Daher ist die Kennnummer 32006 zu berücksichtigen, denn bei der Ermittlung des arztgruppenspezifischen Fallwertes bleiben alle in diesem Zusammenhang erbrachten Leistungen unberücksichtigt.

Die Untersuchungsindikation für eine Testung auf SARS-CoV-2 stellt die Ärztin/der Arzt nach eigenem Ermessen unter Berücksichtigung der Kriterien des Robert Koch-Instituts (RKI).

Aufgrund der neuartigen Coronavirus-Krankheit hat sich die KBV dazu entschlossen, die ICD-10-Stammdatei rückwirkend zum 1. Januar 2020 anzupassen und auszuliefern. Die neue Schlüsselnummer lautet: U07.1! COVID-19 (Coronavirus-Krankheit-2019). Die aktualisierte deutsche Version der ICD-10, die Prüfmodule und den Prüfassistenten finden Sie unter den folgenden Links

Stammdatei

Prüfmodule

Prüfassistent

In den zuständigen Gremien wurde eine Belegung der Schlüsselnummer U07.1! COVID-19 in der WHO-Version der ICD-10 umgesetzt. Damit ist die vorübergehend verwendete Bezeichnung der WHO „2019-nCoV acute respiratory disease“ aufgehoben.

Für die deutsche Version der ICD-10 (ICD-10-GM) wurde der WHO-Kode als Sekundärschlüsselnummer (Ausrufezeichenschlüsselnummer) mit der Bezeichnung U07.1! COVID-19 (Coronavirus-Krankheit-2019) angelegt.

Hinweise und Beispiele zur Kodierung von COVID-19

Um eine Weiterverbreitung zu verhindern, ist es wichtig, Erkrankungsfälle früh zu erkennen, sie zu isolieren und Hygienemaßnahmen konsequent einzuhalten. Möglicherweise betroffene Patienten sollen zudem nicht ohne vorherige telefonische Absprache in die Hausarzt-Praxis fahren. Eine spezifische Untersuchung auf eine Erkrankung durch SARS-CoV-2 muss durchgeführt werden bei:

  • Personen mit respiratorischen Symptomen unabhängig von deren Schwere UND Kontakt mit einem bestätigten Fall mit COVID-19
  • Personen mit erfülltem klinischen Bild UND Aufenthalt in einem Risikogebiet (gemäß aktueller RKI-Informationen).

Hinweise zur Testung von Patienten

Praxisinfo: Umgang mit Covid-19-Verdachts- und Erkrankungsfällen in den Praxen (PDF, 440 KB)

Diese Personen müssen mittels eines geeigneten labordiagnostischen Verfahrens abgeklärt und einer der vier Falldefinitionskategorien („Bestätigter Fall“, „Wahrscheinlicher Fall“, „Ungeklärter Fall“ oder „Ausgeschlossener Fall“) zugeordnet werden. In Verdachtsfällen wird zunächst ein Vorgehen zur Prävention der Übertragung durch Tröpfchen empfohlen – hierzu gehören unter anderem das Tragen eines mehrlagigen Mund-Nasen-Schutzes mit korrektem Sitz, sofern vorhanden. Im negativen Fall erfolgt die weitere ärztliche Abklärung etwa auf Influenza ohne besondere Maßnahmen.

Flussschema: Verdachtsabklärung und Maßnahmen

Das Bundesgesundheitsministerium hat eine Eilverordnung zur Meldepflicht für das neue Coronavirus erlassen. Danach müssen Ärzte alle Verdachts- , Krankheits- und Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus namentlich dem örtlichen Gesundheitsamt melden. Verdachtsfälle müssen abgeklärt werden.

Gesundheitsamt nach Postleitzahl oder Ort

Gesundheitsämter in NRW

Informationen des NRW-Gesundheitsministeriums zu den Informations- und Meldewegen nach dem Infektionsschutzgesetz (PDF, 620 KB)