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Die Ständige Impfkommission hat gestern ihre Empfehlung zur Auffrischung der COVID-19-Immunisierung auf weitere Bevölkerungsgruppen ausgedehnt und zunächst in einer Pressemitteilung veröffentlicht. Neben Patienten mit einer Immunschwäche (vgl. Corona-Praxisinformation vom 21. September) rät sie auch folgenden bereits vollständig geimpften Personen zu einer Boosterimpfung:

  • Personen im Alter von 70 Jahren und älter
  • Bewohnern und Betreuten in Einrichtungen der Altenpflege – auch wenn sie jünger als 70 Jahre sind
  • Mitgliedern des Pflegepersonals und Beschäftigten, die direkten Kontakt zu Pflegepersonen in ambulanten, teil- oder vollstationären Pflegeheimen und anderen Einrichtungen für Menschen mit einem erhöhten Risiko für schwere COVID-19-Krankheitsverläufe haben
  • Beschäftigten in medizinischen Einrichtungen mit direktem Patientenkontakt.

Die Auffrischimpfung soll mit einem mRNA-Impfstoff und frühestens sechs Monate nach Abschluss der ersten Impfserie erfolgen – unabhängig davon, welcher Impfstoff zuvor verwendet wurde. Bei mRNA-Impfstoffen soll möglichst der bei der Grundimmunisierung verwendete Impfstoff zur Anwendung kommen.

In der Begründung zu ihrer Empfehlung führt die STIKO aus, dass der Impfschutz mit der Zeit insbesondere in Bezug auf die Verhinderung asymptomatischer Infektionen und milder Krankheitsverläufe nachlässt. Im höheren Alter fällt die Immunantwort nach der Impfung insgesamt geringer aus und Impfdurchbrüche können häufiger auch zu einem schweren Krankheitsverlauf führen.

Folgeimpfung für mit Johnson & Johnson Immunisierte empfohlen

Die STIKO rät außerdem allen Personen, die mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson (COVID-19 Vaccine Janssen) geimpft wurden, zu einer ergänzenden Impfung mit einem mRNA-Impfstoff. Als Mindest-Impfabstand gibt die STIKO vier Wochen an. Im Verhältnis zur Anzahl der verabreichten Impfstoffdosen würden die meisten Impfdurchbrüche bei Personen beobachtet, die mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft wurden. Im Unterschied zu den anderen zugelassenen Impfstoffen wurde für das Janssen-Vakzin zudem eine vergleichsweise geringe Impfstoffwirksamkeit gegenüber der Delta-Variante festgestellt. Deshalb empfiehlt die STIKO, die Grundimmunisierung zu optimieren.

Für beide aktuellen Empfehlungen der STIKO müssen die Beschlussentwürfe noch das vorgeschriebene Stellungnahmeverfahren durchlaufen. Die endgültige Aktualisierung der STIKO-Empfehlung erscheint nach Informationen der Kommission zeitnah im Epidemiologischen Bulletin.

Biontech/Pfizer-Impfstoff für Booster zugelassen

Bereits am Montag hatte die Europäische Arzneimittelbehörde EMA Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer (Comirnaty) genehmigt – und zwar für Erwachsene ab 18 Jahren. Ein Risiko von entzündlichen Herzerkrankungen oder anderen sehr seltenen Nebenwirkungen nach Auffrischungsimpfungen sei derzeit noch nicht bekannt; dies werde sorgfältig beobachtet, so die EMA. Wie bei allen Arzneimitteln würden weiterhin alle Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit der Impfstoffe überwacht. Auch der US-Hersteller Moderna hat bereits eine Zulassung seines Corona-Impfstoffs für die Boosterimpfung bei der EU beantragt.

KVNO Praxisinfo | Themen: Corona-Tests, STIKO-Empfehlung, Auffrischungsimpfungen