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In den USA, in Israel, Großbritannien, Belgien Österreich und Frankreich werden Schwangere bereits gegen das Coronavirus immunisiert – und jetzt hat auch die Ständige Impfkommission (STIKO) eine COVID-19-Impfempfehlung für bisher ungeimpfte Schwangere und Stillende ausgesprochen. Sie rückt damit von ihrer bisherigen Haltung ab, lediglich bei Risikoschwangeren und solchen mit bestimmten Vorerkrankungen eine Corona-Impfung zu befürworten.

Nach einer systematischen Aufarbeitung von Daten zum Risiko von schweren COVID-19-Verläufen in der Schwangerschaft rät die STIKO Schwangeren ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel – also zwischen der 14. und 27. Schwangerschaftswoche – sowie stillenden Müttern nun zur Impfung mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs. Darüber hinaus empfiehlt die Kommission ausdrücklich allen noch nicht oder unvollständig Geimpften im gebärfähigen Alter die Impfung gegen COVID-19, damit bereits vor Eintritt einer Schwangerschaft ein sehr guter Schutz vor dieser Erkrankung besteht.

Das NRW-Gesundheitsministerium (MAGS) hat die Kommunen bereits per Erlass angewiesen, Schwangeren ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel die COVID-19-Impfung in den Impfzentren und im Rahmen mobiler Impfangebote zu ermöglichen.

Mehr Nutzen als Risiko

Wie Frauenärztin und STIKO-Mitglied Dr. med. Marianne Röbl-Mathieu der FAZ sagte, erkranken schwangere Frauen deutlich häufiger schwer an COVID-19 als Nicht-Schwangere. Sie müssten außerdem öfter intensivmedizinisch behandelt und invasiv beatmet werden. Auf Grundlage der von der STIKO ausgewerteten Daten würde ein schwerer Verlauf bei zehn Prozent aller infizierten Schwangeren beobachtet. Das Risiko, auf der Intensivstation behandelt werden zu müssen, sei zwei- bis fünfmal höher als außerhalb der Schwangerschaft. Das Risiko einer invasiven Beatmung liege bei drei Prozent, also um etwa zweieinhalb Mal höher als bei nicht-schwangeren Infizierten.

Der Beschlussentwurf mit dazugehöriger ausführlicher wissenschaftlicher Begründung ist in das vorgeschriebene Stellungnahmeverfahren mit den Bundesländern und den beteiligten Fachkreisen gegangen. Die endgültige Empfehlung der STIKO erscheint nach Abschluss des Stellungnahmeverfahrens und nachfolgender erneuter Beratung der STIKO zeitnah im Epidemiologischen Bulletin. Änderungen der Empfehlung sind daher bis zu diesem Zeitpunkt möglich.

KVNO Praxisinfo | Themen: STIKO-Empfehlung zur Impfung von Schwangeren, STIKO-Haltung zur gleichzeitigen Corona-/Grippeimpfung, POC-Test-Bestellaktion für Praxen