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Die Ständige Impfkommission (STIKO) passt ihre Empfehlung bei der Impfung mit Vaxzevria an – und rät nun zu einem heterologen Impfschema. Wer mit dem Vakzin von Astrazeneca seine Erstimpfung erhalten hat, solle demnach die zweite Dosis mit einem mRNA-Vakzin von Moderna oder Biontech/Pfizer erhalten – unabhängig vom Alter. Impfabstand laut STIKO: mindestens vier Wochen.

Hinweis: Wir empfehlen den Praxen vor diesem Hintergrund, alle Patienten zu kontaktieren, die eine Zweitimpfung mit Astrazeneca erhalten sollen und abzufragen, ob sie mit Verweis auf die angepasste STIKO-Empfehlung nun die zweite Dosis mit einem mRNA-Impfstoff erhalten möchten – und dann anhand dieser Rückmeldung den Impfstoff zu bestellen. Bedenken Sie bei Ihrer Terminplanung bitte auch, dass sich der Zeitpunkt der Zweitimpfung ändert, wenn nach heterologem Impfschema geimpft wird.

Uns ist vollkommen bewusst, dass dies für Sie und Ihre Praxisteams viel zusätzlichen Arbeitsaufwand bedeutet. Wir sind dabei, weitere Fragen abzuklären und Ihnen mögliche Problemlösungen an die Hand zu geben. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir die Auswirkungen dieser STIKO-Empfehlung erst einmal selbst einordnen müssen – noch liegt uns dazu auch noch kein entsprechender Erlass des NRW-Gesundheitsministeriums (MAGS) vor, den wir benötigen, um Dinge konkret umsetzen zu können.    

Die Expertengruppe des Robert Koch-Instituts (RKI) teilte mit, dies gilt „vorbehaltlich der Rückmeldungen aus dem noch zu eröffnenden Stellungnahmeverfahren“. Ein heterologes Impfschema hatte die STIKO bisher nur jüngeren Menschen angeraten, die bereits eine Erstimpfung mit AstraZeneca bekommen hatten, bevor das Vakzin nur noch für Menschen ab 60 Jahren empfohlen wurde. Grund für den neuen Kurs ist die Deltavariante von SARS-CoV-2, die sich derzeit in Deutschland schnell ausbreitet und deutlich ansteckender ist als die seit März 2021 vorherrschende Alphavariante. Nach Aussage der STIKO weist sie jedoch bislang keine gesichert erhöhte Pathogenität auf. Aktuelle Studienergebnissen zeigen, dass die Immunantwort nach heterologem Impfschema (Vaxzevria/mRNA-Impfstoff) der Immunantwort nach homologer Impfserie (zwei Impfstoffdosen Vaxzevria) „deutlich überlegen“ ist.

Zweitimpfung „zeitgerecht“ wahrnehmen

Vollständig Geimpfte seien gegenüber der Deltavariante ähnlich gut vor schweren Krankheitsverläufen geschützt wie in Bezug auf anderen SARS-CoV-2-Varianten, hieß es unter Berufung auf Daten aus Großbritannien. Anders verhält es sich jedoch bei nur einer Impfstoffdosis. Hier scheine der Schutz nach Erstimpfung gegenüber der Deltavariante „deutlich herabgesetzt“, teilten die Experten mit.

Laut Kommission ist es vor diesem Hintergrund besonders wichtig, die Zweitimpfung „zeitgerecht“ wahrzunehmen. In ihrem Beschlussentwurf empfiehlt die STIKO folgende Impfabstände:

ImpfstoffImpfabstand
Comirnaty (Biontech/Pfizer)3-6 Wochen
Spikevax (Moderna)4-6 Wochen
Vaxzevria (AstraZeneca)9-12 Wochen
Heterologes Impfschema (Vaxzevria/mRNA-Impfstoff)ab 4 Wochen

Mitteilung der STIKO zur COVID-19-Impfung

KVNO Praxisinfo | Themen: Impfstoffbestellung, Impfempfehlung, Testverordnung (PDF, 500 KB)