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Erst Biontech/Pfizer, nun Moderna: Als zweiter COVID-19-Impfstoff ist ab sofort auch das Mittel des US-amerikanischen Herstellers in der Europäischen Union (EU) zugelassen. Dies entschied die EU-Kommission am 6. Januar auf Empfehlung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA. „Wir freuen uns, dass mit Moderna ein weiterer Impfstoff gegen COVID-19-Impfstoff zugelassen worden ist. Das ist ein weiterer wichtiger Schritt, die Corona-Pandemie zu bekämpfen“, sagt Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein.

Nach und nach will Moderna rund 160 Millionen Impfdosen an die EU-Staaten ausliefern – Deutschland wird laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn davon etwa 50 Millionen Vakzine erhalten. In den ersten Wochen sollen aber wegen der anfangs begrenzten Produktionskapazitäten zunächst nur gut 1,5 Millionen Dosen nach Deutschland geliefert werden. „Wenn auch vorerst nur geringe Mengen des neuen Impfstoffs zur Verfügung stehen, so trägt er doch dazu bei, die Immunisierung der besonders vulnerablen Personengruppen zu beschleunigen. Sobald erste Mengen des Impfstoffs in Nordrhein ankommen, werden wir ihn für die Impfungen in den Senioren- und Pflegeheimen und nachfolgend auch in den Impfzentren einsetzen“, betont KVNO-Chef Bergmann.

Einfachere Handhabung als Biontech/Pfizer-Vakzin

Moderna gilt als ebenso wirksam (rund 94 Prozent) wie das Mittel von Biontech/Pfizer, aber einfacher in der Verwendung, weil es nicht bei minus 70 Grad gekühlt werden muss. Nach Angaben des Herstellers kann der Impfstoff vier Monate bei minus 20 Grad und bis zu 30 Tage im Kühlschrank bei 2 bis 8 Grad gelagert werden. Bei Raumtemperatur ist er einen halben Tag haltbar. In den USA wird das Moderna-Vakzin nach einer Notfallzulassung bereits seit kurz vor Weihnachten gespritzt.

Wie das Mittel von Biontech/Pfizer ist auch das von Moderna ein sogenannter mRNA-Impfstoff. Enthalten sind genetische Informationen des Erregers, aus denen der Körper ein Viruseiweiß herstellt. Das Immunsystem soll angeregt werden, gegen dieses Protein Antikörper zu entwickeln, um das Coronavirus abzufangen – bevor es in die Zellen eindringt und sich vermehren kann. Impfwillige erhalten im Abstand von 28 Tagen zwei Impfdosen mit je 0,5 ml. Nach den bisher vorliegenden Daten hat der Impfstoff ein typisches Nebenwirkungsprofil. Jeder zweite Proband zeigte in den klinischen Studien moderate bis schwerere Reaktionen wie Myalgie, Arthralgie, Kopfschmerzen oder Fatigue.

Impfzentren vor Öffnung

Mit Zulassung des zweiten Impfstoffs kommt auch Bewegung in die Betriebsaufnahme der Impfzentren. Sie sollen Anfang Februar geöffnet werden. Ab dann werden zunächst entsprechend der Impfverordnung Senioren im Alter über 80 Jahre geimpft. Impftermine können voraussichtlich ab Mitte Januar über die 11 6 11 7 vereinbart werden. Über den genauen Start der Hotline werden wir noch informieren. Es ist damit zu rechnen, dass die Hotline zu Anfang sehr frequentiert sein wird. Bitte weisen Sie verunsicherte Patientinnen und Patienten darauf hin, dass sich die Impfung der über 80-Jährigen voraussichtlich bis Ende April hinziehen wird und genügend Impfstoff vorhanden ist. Ein späterer Anruf bei der 11 6 11 7 verringert nicht die Chancen auf einen Impftermin. Die KV Nordrhein ist bemüht, allen Bürgerinnen und Bürgern entsprechend ihrer Anspruchsberechtigung zügig die Möglichkeit für eine Impfung anzubieten.

KVNO Praxisinformation | Themen: Kostenerstattung Schutzmaterial, Testangebote für Kitas und Schulen, Impfstoff-Zulassung, 5000 Freiwillige für Impfaktion (PDF, 430 KB)