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Fast 1,2 Millionen Mal konsultierten Patienten bundesweit im zweiten Quartal 2020 einen Arzt oder Psychotherapeuten per Video – so oft wie noch nie. Seit Beginn der Pandemie vor einem Jahr schnellten auch in Nordrhein die Zahlen in die Höhe: Hat es 2019 nur rund 500 Videosprechstunden gegeben, so waren es im ersten Halbjahr 2020 bereits 187.000: im ersten Quartal 27.000, im zweiten Quartal 160.000. Im dritten Quartal halbierte sich die Anzahl der Videosprechstunden auf rund 76.000; für das vierte Quartal wird aber wieder ein Anstieg in der Größenordnung wie im zweiten Quartal erwartet.

Weiter gestiegen ist auch die Zahl der Ärzte und Psychotherapeuten, die Videosprechstunden durchführen: Im zweiten Quartal 2020 waren es bundesweit 31.397 und damit nahezu doppelt so viele wie im Vorquartal. Nordrhein kam auf 4.500 – zum Vergleich: Im vierten Quartal 2019 waren es gerade einmal 235.

Durchschnittlich 36 Videosprechstunden

Jeder nordrheinische Arzt und Psychotherapeut, der im zweiten Quartal des vorigen Jahres eine Videosprechstunde anbot, führte im Durchschnitt 36 Videosprechstunden durch. Dabei waren 97 Prozent der Patienten zuvor schon mal persönlich in der Praxis. Nur bei drei Prozent der Fälle fand der erste Kontakt mit der Praxis per Video statt.

Mit Abstand am stärksten genutzt wurde die Möglichkeit der digitalen Konsultation in der Psychotherapie: Zwei Drittel aller Videosprechstunden im zweiten Quartal 2020 entfallen auf diesen Bereich. Ebenso hoch sind die Zahlen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie. 60 Prozent dieser Fachgruppe haben zwischen April und Juni im Schnitt 39 Online-Sprechstunden durchgeführt. Jeder zehnte Hausarzt nutzt Videosprechstunde. Auch immer mehr Hausärzte greifen ergänzend zum persönlichen Kontakt zur Kamera: Im zweiten Quartal 2020 waren es 14 Prozent der Hausärzte in Nordrhein, die im Durchschnitt 27 Videosprechstunden anboten. Bei den Kinder- und Jugendärzten lag die Quote bei 19 Prozent und durchschnittlich 30 Videosprechstunden.

Nordrhein: Videosprechstunden auch im Homeoffice möglich

Vorstand und Geschäftsführung der KV Nordrhein haben in einem Beschluss festgelegt, dass während der Corona-Pandemie Videosprechstunden bis auf Weiteres auch von zu Hause aus durchgeführt werden können. Voraussetzungen: Genehmigung zur Durchführung von Videosprechstunden, geeignete technische Ausstattung sowie der eventuell notwendige Zugriff auf Unterlagen (etwa in digitaler Form über eine VPN-Leitung). Außerdem ist darauf zu achten, dass das Patientengeheimnis gewahrt wird, insbesondere dadurch, dass während der Sprechstunde keine weiteren Personen im Raum sind.

Weitere Informationen, etwa zum konkreten Ablauf einer Videosprechstunde und der
Vergütung der einzelnen Leistungen, stellt die KBV auf einer Themenseite im Internet bereit

KVNO Praxisinfo | Themen: Impfzentren, neue Impfverordnung, Videosprechstunden, Antigen-Schnelltests (PDF, 760 KB)