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Die Bund-Länder-Runde (MPK) hat sich gestern einmütig dafür ausgesprochen, an der Impfpflicht für Beschäftigte in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen ab 16. März 2022 festzuhalten. Einzelne Länder wiesen aber auch darauf hin, dass zur konkreten Umsetzung noch offene Vollzugsfragen zu klären sind – insbesondere, um die Versorgung im Gesundheits- und Pflegebereich nicht zu gefährden. Die MPK stellte fest, dass ein Betretungsverbot die letzte Stufe der Maßnahmenkette darstelle. Dadurch werde es nicht sofort flächendeckend automatisch zu solchen Verboten kommen.

Wie die Ausgestaltung der Impfpflicht am Ende auch aussehen mag: Die Praxen im Rheinland sind dafür gut aufgestellt. Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) hat in einer Blitzumfrage in der vergangenen Woche die derzeitigen Impfquoten in den Praxen der Vertragsärzte und Psychotherapeuten aller KV-Bezirke abgefragt. Ergebnis: Die nordrheinischen Praxen liegen ganz vorne. Über 95 Prozent der Niedergelassenen sind hier geimpft (Platz 1 im deutschlandweiten Vergleich), bei den Medizinischen Fachangestellten (MFA) sind es knapp 95 Prozent (Platz 2 im deutschlandweiten Vergleich). In vielen Bundesländern liegen die Impfquoten in den Arztpraxen dagegen nur um die 90 Prozent – Schlusslicht ist Thüringen mit rund 75 Prozent, etwas darüber liegen Sachsen und Sachsen-Anhalt. Im Durchschnitt aller KV-Bezirke verfügen 94 Prozent der Hausärzte, 93 Prozent der Fachärzte und 81 Prozent der Psychotherapeuten über einen aktuellen Immunitätsnachweis.

„Diese Zahlen geben uns für die Praxen in Nordrhein ein sehr gutes Grundgefühl. Hier wird vermutlich nicht mit spürbaren Beeinträchtigungen für die Praxisteams sowie für die Patientinnen und Patienten zu rechnen sein – einmal davon abgesehen, ob und wie die Impfpflicht durchgesetzt wird. Das ist aus unserer Sicht eine sehr gute Nachricht für die ambulante medizinische Versorgung im Rheinland“, bewertet der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, Dr. med. Frank Bergmann, die Zahlen aus der Zi-Umfrage.

Mehr Arbeit durch Omikron

Befragt wurden die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte auch zur aktuellen Arbeitsbelastung auf dem Scheitelpunkt der Omikron-Welle. 71 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Belastung u. a. wegen des erhöhten Kommunikationsbedarfs durch Omikron und wegen des Ausfalls von Praxispersonal weiter zugenommen hat – bei den Hausärzten waren es 84 Prozent, bei Fachärzten gut die Hälfte. Viele Befragten beklagten zudem die mangelnde Wertschätzung durch die Politik, insbesondere mit Blick auf einen finanziellen Bonus für ihre Mitarbeitenden.

Die Umfrage fand vom 7. bis 13. Februar 2022 statt. Rund 11.200 Ärzte und Psychotherapeuten haben daran teilgenommen, die meisten aus Nordrhein. Ihre Antworten betreffen mehr als 26.700 Ärzte und Psychotherapeuten sowie mehr als 68.000 Praxismitarbeitende. Die Ergebnisse der Erhebung sind nicht repräsentativ.

Vollständige Ergebnisse der Zi-Praxisumfrage

KVNO Praxisinfo | Themen: Organisation der zweiten Auffrischungsimpfung in den Pflegeheimen, Zi-Blitzumfrage: Nordrhein hat die höchste Impfquote unter den Niedergelassenen, RKI-Konkretisierung zum Genesenenstatus


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Auf dieser Webseite finden Sie alle Meldungen rund um Corona und die Impfungen. Weitere Meldungen zu anderen Themen finden Sie auf der Webseite der KV Nordrhein unter www.kvno.de.